Die Cover von Musikalbum können für eine Band den verschiedensten Zwecken dienen. In der Regel sollen die Cover einen Ausblick auf das geben, was den Hörer auf der jeweiligen CD erwartet. Doch eignen sich Alben-Cover auch dazu, zu provozieren und auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erlangen. Ob dies bewusst oder unbewusst geschieht, spielt hierbei jedoch nur eine untergeordnete Rolle, wie es die Vergangenheit bereits gezeigt hat.

Ganz egal, ob Rolling Stones, John Lennon, Queen oder Bon Jovi: Sie alle haben bereits Bekanntschaft mit dem kritischen Blick der Öffentlichkeit in Bezug auf eigene Alben-Cover gemacht. Bereits 1965 gab es hitzige Diskussionen um das Cover der Beatles-Veröffentlichung „Yesterday and Today“, auf der es ziemlich „fleischig“ zuging. Denn dort zeigten sich die vier Musiker in Rollkragen und Fleischerkittel, Fleischreste und eine zerstückelte Babypuppe, die auf dem Cover verteilt war, inklusive. Heute könnten viele über etwas Derartiges wahrscheinlich sogar lachen, doch im Jahre 1965 war dies noch ein absolutes No-Go.

Allerdings war es für Musiker und Bands in den 60er Jahren auch äußerst schwer nachzuvollziehen, welche Gründe für eine Coverzensur herangezogen werden, denn diese waren in keiner Weise definiert. Und so kam es, dass 1966 Bilder aus dem Vietnamkrieg die Nachrichten beherrschten, doch ein Alben-Cover von „The Mamas and the Papas“ wegen einer Kloschüssel zensiert wurde, da dies als provokant angesehen wurde und fortan von einer Tracklist verdeckt werden musste.

Während in den Vereinigten Staaten großteils Cover aufgrund von nackter Haut zensiert werden, achten die Sittenwächter in Deutschland seit jeher eher auf gewaltverherrlichende Motive. Doch auch in den USA würde ein Cover, wie das des UFO-Albums „Force it“, heute wohl eher belächelt als zensiert werden. Anders als noch 1975, als der Anblick eines halbnackten Paares in einer Badewanne deutlich zu viel des Guten war.

So haben sich, was die Gestaltung von Alben-Cover betrifft, die Zeiten doch ziemlich gewandelt, sodass Musiker und Bands heute deutlich mehr Freiheiten genießen als noch zu früherer Zeit.